Brot am Naschmarkt: Von Wiener Klassikern bis zum Fladenbrot
Wer Brot am Naschmarkt sucht, kann hier echt gutes Brot nach österreichischem Rezept kaufen oder internationale Brotsorten. In den festen Marktständen gibt es einige Feinkostläden, die Brot von Spitzenbäckern verkaufen. Besonders präsent ist hier die neue Schule des Backens, wie zum Beispiel die Bäckerei Öfferl. Ihr Brot erkennt man sofort an der dunklen, fast verbrannten Kruste und dem intensiven Sauerteig-Aroma. Es ist das typische „Dampfgebackene“, das man heute in der gehobenen Wiener Gastronomie findet.
Ein ganz anderer, aber ebenso wichtiger Teil des Marktes sind die vielen orientalischen Stände. Hier ist das Fladenbrot der unangefochtene Star. Es wird oft mehrmals täglich frisch geliefert und ist unschlagbar, wenn es darum geht, Saucen und Aufstriche aufzutunken. Viele dieser Stände bieten auch gefüllte Taschen oder Pide an, die man direkt auf die Hand essen kann. Wenn du Glück hast, erwischt du ein Brot, das noch leicht warm ist – da braucht man eigentlich gar keinen Belag mehr dazu.
Der Samstag: Das Mekka für Bio-Brot-Liebhaber
Der Samstag ist für Brot-Fans eigentlich der wichtigste Tag der Woche, denn dann kommen die Spezialisten ins „Bio-Eck“ am westlichen Ende des Marktes. Einer der absoluten Fixpunkte ist hier die Bio-Bäckerei Itzlinger. Die Schlange vor dem Stand spricht oft Bände. Itzlinger ist berühmt für seine reinen Sauerteigbrote, die ohne künstliche Hefe auskommen und dadurch extrem bekömmlich sind. Das Brot hält sich tagelang frisch und hat eine Textur, die man bei industrieller Ware niemals findet.
Ein weiterer wichtiger Name ist die Bio-Bäckerei Waldherr. Sie haben sich einen Namen mit Vollwert-Backwaren und speziellen Sorten für Allergiker gemacht. Ob Dinkel, Einkorn oder glutenfreie Varianten – hier findet jeder etwas, der auf herkömmliches Weizenbrot verzichten möchte oder muss. Daneben gibt es noch zahlreiche kleinere Bauernstände, die klassisches Holzofenbrot verkaufen. Diese Brote sind oft riesige Laibe, von denen man sich auch nur ein Viertel oder eine Hälfte abschneiden lassen kann. Sie duften herrlich nach Kümmel und Koriander und haben diese typische, dicke Kruste, die man so nur im Steinofen hinbekommt.
Süße Sünden: Baklava, Strudel und Reindling
Natürlich gibt es am Naschmarkt nicht nur Salziges. Die Backtradition zeigt sich hier von ihrer süßesten Seite. An den orientalischen Ständen türmen sich die Bleche mit Baklava. Diese kleinen, in Honigsirup getränkten Blätterteig-Spezialitäten sind oft mit Pistazien oder Walnüssen gefüllt und eine perfekte Ergänzung zu einem starken schwarzen Tee oder Mokka.
Auf der anderen Seite der Tradition stehen die klassischen österreichischen Mehlspeisen. Am Bauernmarkt findest du hausgemachte Strudel – vom klassischen Apfelstrudel bis hin zu Topfen- oder Weichselstrudel. Eine Besonderheit, die man vor allem bei den Kärntner Bauern am Samstag sieht, ist der Reindling. Das ist ein Hefekuchen, der mit viel Zimt, Zucker und oft auch Rosinen gefüllt ist. Er schmeckt am besten mit einer dicken Schicht Butter oder ganz traditionell zur Osterzeit auch zu Schinken und Kren.
Tipps für den Brotkauf am Markt
Brot am Naschmarkt zu kaufen, erfordert ein bisschen Timing. Die besten Bio-Brote am Samstag sind oft schon gegen Mittag ausverkauft. Also lohnt es sich, hier eher früh dran zu sein. Wenn du ein Brot kaufst, das eine sehr harte Kruste hat (wie das von Öfferl oder Itzlinger), lass es dir am Stand nicht aufschneiden, wenn du es nicht sofort isst. Im Ganzen bleibt es innen viel länger saftig und weich.
Ein kleiner Tipp unter Kennern: Frag bei den Bauernständen nach „Brot von gestern“. Oft verkaufen sie die Reste vom Vortag zum halben Preis. Da diese handwerklichen Brote ohnehin sehr lange frisch bleiben, ist das ein super Deal, bei dem die Qualität kaum leidet. Und wenn du dir nicht sicher bist, welche Sorte dir schmeckt, frag einfach nach einem „Scherzerl“ zum Kosten – die meisten Bäcker am Markt lassen dich gerne ein Stück probieren.
Weiterführende Links
- alle Infos zur Naschmarkt Tour
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