Die Welt der Aromen: Gewürze am Wiener Naschmarkt
Wer den Naschmarkt besucht, merkt schnell, dass er in der Mitte des Marktes (im Bereich zwischen der Secession und der Kettenbrückengasse) in eine andere Welt eintaucht. Hier wandelt sich das Wiener Marktflair in einen lebhaften orientalischen Basar. Es riecht intensiv nach Kreuzkümmel, Zimt, getrockneten Kräutern und frisch geröstetem Kaffee. Für Touristen ist dieser Bereich das fotogenste Stück Wien. Für Köche und Genießer ist es vor allem eine Schatzkammer für Zutaten, die man im normalen Supermarkt oft gar nicht oder nur in minderwertiger Qualität bekommt. Es geht hier nicht nur um den schnellen Einkauf, sondern um ein Erlebnis für alle Sinne, bei dem man die Qualität der Produkte förmlich riechen kann.
Die besten Gewürzstände auf dem Naschmarkt
Es gibt am Naschmarkt Dutzende Stände, die mit ihren bunt aufgetürmten Gewürzpyramiden locken. Ein absoluter Favorit unter den Stammkunden ist der Stand Gewürze & Co bei den Standnummern 324 und 325. Hier steht die Qualität kompromisslos im Vordergrund. Hier bekommst du das berühmte „Wiener Naschmarkt Gewürz“, das als echte Allzweckwaffe in der Küche gilt. Die Inhaber legen großen Wert darauf, dass die Aromen durch frische Mahlungen und richtige Lagerung erhalten bleiben, was diesen Stand zu einer der besten Adressen für anspruchsvolle Genießer macht.
Wer hingegen Lust auf kulinarische Experimente und moderne Trends hat, ist beim Gewürz Eck am Stand 188 bestens aufgehoben. Das Team dort bietet eine wirklich große Auswahl an internationalen Mischungen an, wie zum Beispiel spezielle Kompositionen für Poke Bowls oder das sehr gefragte Tel Aviv BBQ Spice. Es ist der perfekte Ort, um die eigene Küche zu Hause ein bisschen internationaler zu gestalten. Eine weitere Institution für Gewürze am Naschmarkt ist DOAN Gewürze & Tee am Stand 358. Während viele das zugehörige Restaurant für sein tolles Frühstück am Naschmarkt kennen, ist der Stand die erste Adresse für Tee-Liebhaber und alle, die eine persönliche Beratung für Currys oder orientalischen Teemischungen schätzen.
Welche besonderen Gewürze gibt es am Naschmarkt?
Die Auswahl am Markt ist wirklich gigantisch, du bekommst hier echt besondere Spezialitäten. Ein absolutes Muss für jeden Fan der orientalischen Küche ist Sumach. Dieses säuerliche, purpurrote Pulver aus Steinbeeren passt hervorragend über frische Salate oder gegrilltes Fleisch. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist Zatar, eine traditionelle Mischung aus wildem Thymian, Sesam und Sumach, die man am besten ganz klassisch mit hochwertigem Olivenöl und frischem Brot genießt.
Für Leute, die es gerne scharf mögen, bieten sich Kashmiri Chili oder das türkische Pul Biber an, die beide deutlich mehr Aroma und Tiefe besitzen als die herkömmlichen Chiliflocken aus dem Supermarkt. Auch beim Thema Safran ist der Naschmarkt eine gute Adresse, sofern man ein paar Regeln beachtet. Man sollte hier immer zu den ganzen Fäden greifen anstatt zu Pulver, um sicherzugehen, dass man auch wirklich echte Qualität bekommt. Hochwertiger Safran zeichnet sich durch eine tiefrote Farbe ohne gelbe Anteile aus und verleiht Gerichten eine unvergleichliche Note.
Profi-Tipps für einen erfolgreichen Einkauf
Damit der Einkauf am Ende auch in der Küche für Freude sorgt und man nicht nur für die schöne Optik bezahlt, gibt es ein paar einfache Regeln zu beachten. Der wichtigste Test ist immer der Geruchssinn, denn ein wirklich gutes Gewürz erkennt man sofort an seinem intensiven Aroma. Ein seriöser Händler wird dir immer erlauben, kurz an der Dose oder dem Sack zu schnuppern. Wenn ein Gewürz kaum noch riecht, sollte man es lieber stehen lassen, da es dann meistens durch die Lagerung im hellen Licht schon an Kraft verloren hat.
Dabei ist wichtig zu wissen, dass Licht der größte Feind der ätherischen Öle ist. So schön die bunten Pyramiden auf den Fotos auch aussehen, für die Gewürze selbst ist die direkte Sonneneinstrahlung eher schädlich. Erfahrene Käufer achten deshalb darauf, ob der Händler die Ware direkt von der ausgestellten Pyramide nimmt oder sie aus lichtgeschützten Behältern unter der Theke hervorholt. Ein weiterer Aspekt ist der Preis, denn im Vergleich zu den winzigen Mengen im Supermarkt sind Gewürze am Naschmarkt oft deutlich günstiger, wenn man gleich 50 oder 100 Gramm abnimmt. Beim Thema Verhandeln ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt. In den Restaurants sind die Preise fix, aber an den Gewürzständen kann man bei größeren Mengen durchaus mal freundlich nach einem kleinen Rabatt fragen, auch wenn der Naschmarkt kein klassischer Basar mit orientalischen Feilschgewohnheiten ist.
Überblick Naschmarkt Gewürze
| Name des Stands | Standnummer | Spezialisierung & Fokus | Ruf & Kundenfeedback |
| Gewürze & Co | 324–325 | Frische Mahlungen, Klassiker, „Wiener Naschmarkt Gewürz“. | Exzellent (4,9/5): Gilt als Qualitätsführer; sehr intensive Aromen, top Beratung. |
| Gewürz Eck | 188 | Internationale Trends, BBQ-Mixe (Tel Aviv Spice), Poke Bowl Mixe. | Gut: Riesige Auswahl für Experimentierfreudige; online teils Kritik, vor Ort top. |
| DOAN | 358 | Hochwertige Tees, orientalische Gewürzmischungen, Haus-Currys. | Sehr beliebt (4,6/5): Bekannt für geduldige Beratung und tolle Teemischungen. |
| Kandl | 446 | Klassische Einzelgewürze, Fokus auf Reinheit und Fachkunde. | Traditionsreich: Eher sachlich-seriös, wie eine „Gewürz-Apotheke“; sehr verlässlich. |
| Gegenbauer | 111 | Edelsalze, besondere Pfeffersorten, High-End Feinkost. | Premium: Hohes Preisniveau, aber geschmacklich in der obersten Liga für Feinschmecker. |
Weiterführende Links
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