Die Naschmarktkapelle: Ein historisches Relikt mit zwei Namen
Mitten zwischen den Marktständen auf der Rechten Wienzeile steht dieses kleine Häuschen – die Naschmarktkapelle. Offiziell heißt sie Johannes Nepomuk Kapelle (oder auch Marienkapelle). Sie ist denkmalgeschützt und gehört heute fest zum Naschmarkt, obwohl sie da ursprünglich gar nicht hingehört hat. Das Naschmarktmuseum gibt es seit 2008. Anlässlich des 185-jährigen Bestehens des Marktamtes wurde es nach umfangreichen Umbau-Arbeiten im September 2024 wiedereröffnet.
Die bewegte Vorgeschichte und der große Umzug
Die Geschichte der Kapelle ist ziemlich verrückt, denn sie ist untrennbar mit einem Wiener Riesen-Baukomplex verbunden, den es heute nicht mehr gibt: Im 17. Jahrhundert war die Kapelle nur ein kleiner Teil des riesigen Freihaus-Komplexes drüben im 4. Bezirk (Wieden). Sie war ein Anbau der großen Rosalienkapelle, die im Zentrum des Freihauses stand. Als das Freihaus Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde, um Platz für Neues zu schaffen, hatte man eine clevere Idee: Die kleine Kapelle wurde gerettet, abgetragen und 1916 zum neuen Naschmarkt transportiert, der gerade auf die zugedeckte Wien gebaut wurde. Das macht die Kapelle zu einem der letzten echten Überbleibsel dieses historischen Freihaus-Areals.
Der heutige Standort und die Funktion
Heute steht die Kapelle mitten im Markt auf der Seite der Rechten Wienzeile, kurz vor der Querung zur Schleifmühlgasse (direkt am Gabriele-Kuczera-Platz). Architektonisch handelt es sich um einen quadratischen Bau aus dem Jahr 1817. Der Heilige Johannes Nepomuk, dessen Namen sie trägt, ist der Schutzpatron der Gewässer, was thematisch perfekt hierher passt, da der Markt ja direkt über dem zugedeckten Wienfluss liegt. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz und wird regelmäßig gepflegt. Zuletzt wurde die Kapelle Ende 2021/Anfang 2022 generalsaniert – dabei wurden unter anderem Putz und Vergoldungen aufgefrischt und ein Graffitischutz angebracht.
Die moderne Nutzung als Museum
Obwohl es eine Kapelle ist, wird das Gebäude heute nicht kirchlich genutzt. Das hat einen einfachen Grund: Der Clou ist, dass man festgestellt hat, dass die Kapelle nie offiziell geweiht wurde! Deswegen konnte der Raum problemlos für andere, nicht-kirchliche Zwecke freigegeben werden. Seit 2008 beherbergt das Gebäude das Naschmarktmuseum, eine winzige Ausstellungsfläche des Marktamt-Museums. Hier siehst du historische Geräte wie alte Waagen und die berühmte Marktfrau Maria Welser.
Weiterführende Links
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- so ist es mit dem Naschmarkt Eintritt
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