Naschmarkt Museum

5/5 - (1 vote)

Das Naschmarkt Museum: Klein, aber historisch oho!

Das Naschmarktmuseum ist eine kleine Einrichtung direkt mitten im Naschmarkt – das ist in Wien einzigartig! Es ist zwar winzig, aber perfekt, um die jahrhundertealte Geschichte des Wiener Naschmarkts lebendig zu halten. Dieses Museum ist in der historischen Naschmarktkapelle (offiziell heißt es Johannes Nepomuk Kapelle) untergebracht. Und die hat echt was erlebt: Das Ding stammt ursprünglich aus dem frühen 19. Jahrhundert und stand mal im alten Freihaus drüben im 4. Bezirk. Als der Markt an seinen heutigen Platz auf die Wienflusseinwölbung verlegt wurde, hat man die Kapelle kurzerhand 1916 mitgenommen und hier wieder aufgebaut. Der Clou dabei: Weil die Kapelle nie offiziell geweiht wurde, konnte man sie für andere Sachen nutzen. Deswegen haben die Standler und der Bezirk gewünscht, dass hier 2008/2009 das Museum reinkommt. Wenn du reinkommst (oder reinschaust), strahlt dir sofort die berühmte Standlerin Maria Welser von einer riesigen Tapete entgegen. Sie ist die Ikone, nach der der Platz davor benannt ist.

Wo du es findest und wer dahintersteckt

Das Museum liegt total zentral im Marktgebiet, aber du musst wissen, wo es liegt: Du findest es auf der Seite der Rechten Wienzeile, genau dort, wo die Schleifmühlbrücke rüberführt. Direkt am Gabriele-Kuczera-Platz. Was die Organisation angeht: Anfangs war es eine Außenstelle vom Bezirksmuseum Mariahilf, aber mittlerweile wird es vom Marktamt (MA 59) der Stadt betrieben und dient als Zweigstelle des Marktamt-Museums.

Was gibt’s zu sehen?

Das Museum wurde erst im September 2024 frisch saniert und neu eröffnet, passend zum 185-jährigen Jubiläum des Marktamtamtes! Die Sammlung ist sehr spezifisch. Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der Lebensmittelkontrolle. Du findest dort historische Waagen und Messgeräte, die zeigen, wie streng früher darauf geachtet wurde, dass kein Kunde übers Ohr gehauen wird. Es gibt eine Sammlung von „falschen“ Gewichten, die konfisziert wurden. Alte Dokumente belegen die strengen Regeln der Marktordnung aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich der baulichen Entwicklung. Du siehst dort Pläne und Modelle, die dokumentieren, wie der Markt über dem eingewölbten Wienfluss entstand. Besonders spannend sind die alten Fotografien, die den Naschmarkt in einer Zeit zeigen, als er noch primär ein Milch- und Gemüsemarkt für die Wiener Bevölkerung war und die Marktfrauen, die legendären „Naschmarkt-Weiber“, das Bild dominierten.

Das Museum spart auch die skurrilen Seiten nicht aus. Es gibt Exponate zu den ehemaligen Fischbecken und Fleischbänken, die erklären, wie die Kühlung funktionierte, bevor es elektrische Kühlschränke gab. Auch die Rolle des Marktes während der Weltkriege und der Mangelwirtschaft wird thematisiert. Es ist eine sehr bodenständige Ausstellung, die den Markt fernab von Lifestyle-Trends als harten Arbeitsplatz zeigt.

Wichtig für deinen Besuch: Wegen der geringen Größe ist der Besuch etwas Besonderes und läuft nicht wie im normalen Museum ab: Du musst dich vorher telefonisch beim Marktamt anmelden. Spontan reingehen geht leider nicht, weil immer jemand vom Personal dabei sein muss. Der Eintritt ist aber kostenlos!

Weiterführende Links

KLICK hier - Diese Tipps merken & deinen Freunden empfehlen:
Nach oben scrollen